Milliarden für die Bahn wegen Coronakrise – aber für welche Bahn?

Bündel Geldscheine, Foto: Timo Klostermeier / pixelio.de

Die Bahn leidet unter der Corona-Pandemie, weil die Fahrgäste ausbleiben. Jetzt braucht sie staatliche Unterstützung. Die wird sie wohl auch bekommen. Doch die Verluste in der Pandemie teilt sie mit ihren Wettbewerbern, die bei den Hilfszahlungen nicht übergangen werden sollten. Sonst sei der Wettbewerb auf der Schiene in Gefahr, kommentiert das Handelsblatt. (Foto: Timo Klostermeier/pixelio.de)

Auf 13,5 Milliarden Euro beziffert die Deutsche Bahn den Schaden, den die Coronakrise anrichten wird. Bis 2024 rechnet das Unternehmen mit einer Fahrgastflaute. Das berichtet unter anderem die Tagesschau. Der Staat sei bereit, 80 Prozent der Schäden durch die Coronakrise zu tragen, berichtet die Tagesschau unter Berufung auf ein Regierungspapier, das außerdem verschiedenen Zeitungsredaktionen vorliege. Demnach soll außerdem der Kreditrahmen für die Deutsche Bahn erweitert werden. Der liege derzeit bei 25 Milliarden Euro und sei bereits weitgehend ausgeschöpft.

Diesen Betrag soll zusätzlich zu den Steuermilliarden fließen, die DB ohnehin erhält. Dass der Konzern Staatshilfen bekommt, gilt als sicher, Schließlich gilt die Bahn als systemrelevant – nicht zuletzt für eine klimaschonende Verkehrswende. Aber ist die Deutsche Bahn tatsächlich nur ein anderes Wort für die “Bahn” an sich? In einem Kommentar im Handelsblatt stellt Dieter Fockenbrock die Frage: “Könnte die Regierung auch andere Unternehmen damit beauftragen, die Mobilität im Lande aufrechtzuerhalten?”

Dafür biete sich beispielsweise der Güterverkehr auf der Schiene an, der schon jetzt zur Hälfte von Wettbewerbern der Deutschen Bahn erledigt werde. Auch im Nahverkehr fahre schon jetzt ein Drittel aller Nah- und Regionalverkehrsbahnen oder S-Bahnen nicht mehr unter dem DB-Zeichen. Einzig im Personenfernverkehr behaupte die Deutsche Bahn noch ihr Quasimonopol. Bei der Verteilung der Steuermilliarden müsse der Staat genau auch Konkurrenten der Deutschen Bahn berücksichtigen, sonst nehme man Abschied vom Wettbewerb auf der Schiene, warnt Fockenbrock.

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