Berlin-Brandenburg: Bahn verliert RE1

Deutsche Bahn verliert bedeutendste Regionalbahnstrecke in Berlin-Brandenburg an die ODEG. Ergebnis einer Ausschreibung, in der auch qualitative Faktoren eine Rolle spielten.

Fahrende S-Bahn
Einfahrender Regionalzug

Die Deutsche Bahn verliert die bedeutendste Regionalbahnlinie in Berlin-Brandenburg. Ab 2022 bedient der Bahnkonkurrent ODEG (Ostdeutsche Einsenbahngesellschaft) die Linie RE 1 von Magdeburg nach Eisenhüttensstadt und Cottbus. Im Gegenzug verliert die Odeg die Linie RE2 von Wismar nach Cottbus. Die Neuordnung der Bahnlinien ist das Ergebnis einer Ausschreibung, die 2009 startete. Damals schrieb der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) in einer bundesweit aufsehenerregenden Aktion seine 16 Regionalbahnstrecken in vier Losen aus. Dadurch schloss der Verbund aus, dass ein Anbieter alle Strecken bekommen konnte.

Kommentar
Die Reisenden werden den Wechsel ab 2022 wohl nur an der Farbe der Züge bemerken. Von den wichtigsten Neuerungen werden die Pendler möglicherweise schon vorher profitieren. So hat der VBB festgelegt, dass die Fahrgäste auf allen Regionalstrecken ein für sie kostenloses WLAN vorfinden müssen, mit Zugriff auf digitale Reiseinformationen. Die Zahl der Fahrradplätze hat der Verbund ebenso festgelegt wie die Zahl der Sitzplätze – mit einem deutlichen Plus für die Reisenden. Die Neuordnung ist ein deutliches Zeichen, dass die Politik die Bedeutung des Bahnverkehrs in Berlin und Brandenburg erkannt hat und stärker als bisher gestalten will. Und das nützt am Ende den Fahrgästen.