Bundesrechnungshof: Bahnreform gescheitert

Die Bahnreform von 1993/94 ist gescheitert. Zu diesem Urteil kommt der Bundesrechnungshof in einem Sonderbericht vom 17. Januar 2019. Weder hat die Bahn ihren Anteil am Verkehrsaufkommen vergrößern können, noch wurde der Bund finanziell entlastet. Kritik übt der Rechnungshof vor allem am Bund, der seine Lenkungsfunktion vernachlässigt habe, heißt es in dem Bericht.

Marktanteil der Bahn geschrumpft, kaum Wettbewerb

Mehr Verkehr auf die Schiene und weniger Lasten für den Bundeshaushalt. Diese Ziele standen 1993 hinter den Plänen für eine Privatisierung der Bahn. Dafür änderte der Bundestag das Grundgesetz, und dafür entschuldete der Bund die Bahn, die 1994 ohne Altlasten als Wirtschaftsunternehmen entstand. 25 Jahre später bezeichnet der Bundesrechnungshof die Reform als gescheitert. Weiterlesen

Berlin-Brandenburg: Bahn verliert RE1

Deutsche Bahn verliert bedeutendste Regionalbahnstrecke in Berlin-Brandenburg an die ODEG. Ergebnis einer Ausschreibung, in der auch qualitative Faktoren eine Rolle spielten.

Fahrende S-Bahn
Einfahrender Regionalzug

Die Deutsche Bahn verliert die bedeutendste Regionalbahnlinie in Berlin-Brandenburg. Ab 2022 bedient der Bahnkonkurrent ODEG (Ostdeutsche Einsenbahngesellschaft) die Linie RE 1 von Magdeburg nach Eisenhüttensstadt und Cottbus. Im Gegenzug verliert die Odeg die Linie RE2 von Wismar nach Cottbus. Die Neuordnung der Bahnlinien ist das Ergebnis einer Ausschreibung, die 2009 startete. Damals schrieb der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) in einer bundesweit aufsehenerregenden Aktion seine 16 Regionalbahnstrecken in vier Losen aus. Dadurch schloss der Verbund aus, dass ein Anbieter alle Strecken bekommen konnte.

Kommentar
Die Reisenden werden den Wechsel ab 2022 wohl nur an der Farbe der Züge bemerken. Von den wichtigsten Neuerungen werden die Pendler möglicherweise schon vorher profitieren. So hat der VBB festgelegt, dass die Fahrgäste auf allen Regionalstrecken ein für sie kostenloses WLAN vorfinden müssen, mit Zugriff auf digitale Reiseinformationen. Die Zahl der Fahrradplätze hat der Verbund ebenso festgelegt wie die Zahl der Sitzplätze – mit einem deutlichen Plus für die Reisenden. Die Neuordnung ist ein deutliches Zeichen, dass die Politik die Bedeutung des Bahnverkehrs in Berlin und Brandenburg erkannt hat und stärker als bisher gestalten will. Und das nützt am Ende den Fahrgästen.

Für 19,90 Euro im ICE

Bahnhofsuhr und ICE, Axel Hartmann/Deutsche Bahn AG

Foto: Axel Hartmann/Deutsche Bahn AG

19,90 Euro kostet der neue Spartarif der Deutschen Bahn. Gültig im Fernverkehr per ICE, IC/EC, im IC Bus oder im Nightjet der österreichischen ÖBB – in der 2. Klasse. Der Preis gilt nach Angaben der Bahn zunächst bei Reiseantritt bis zum 9. Dezember 2017. Den neuen Sparpreis will die Bahn vor allem für wenig ausgelastete Zugverbindungen in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend anbieten.